Ehrung mit Schattenseiten
Besonders stark entwickelte sich das Saarland bei Indikatoren, die auf privatwirtschaftlicher Initiative beruhen. Nirgendwo in Deutschland hat sich die Wirtschaftskraft besser entwickelt. Zwischen 2003 und 2005 stieg das Bruttoinlandsprodukt an der Saar um 6,1 Prozent, während das Wachstum im Bundesdurchschnitt nur 2,3 Prozent betrug. Ebenso Spitzenreiter ist das Saarland bei der Arbeitsproduktivität. Diese nahm im besagten Zeitraum um 5,3 Prozent zu, während sie in den anderen Bundesländern nur um 2,4 Prozent wuchs. Außerdem führt das Saarland die Rangliste der Patentanmeldungen an, es wurden drei zusätzliche Anmeldungen je 100.000 Einwohner registriert. Bundesweit war diese Entwicklung rückläufig.
Die Schattenseiten des Dynamikrankings bilden Faktoren, die von der öffentlich Hand beeinflusst werden können. So lässt die Entwicklung der Anzahl der öffentlich Beschäftigten je 100.000 Einwohner im Vergleich zu den anderen Ländern zu wünschen übrig. Das Saarland belegt hier nur den 14. Platz. Ähnlich schlecht sieht es bei der Dynamik der Schulden von Land und Gemeinden aus, hier belegt man den 13. Platz. Gar nur Vorletzter wird das Land bei den verübten Straftaten. Deren Zahl stieg im Betrachtungszeitraum um 295 je 100.000 Einwohner, während sie bundesweit durchschnittlich um 423 abnahm. Die Aufklärungsquote entwickelte sich ebenfalls nicht zufriedenstellend, hier ist man 12. im Bundesvergleich.
Beim Bestandsranking, welches die erreichte absolute Position der Länder untereinander abbildet, hat das Saarland noch Aufholbedarf. Inzwischen wurden mit Niedersachsen und Schleswig-Holstein auch die ersten westdeutschen auf schlechtere Plätze verdrängt, in Saarbrücken darf sich die Regierung über den sechsten Platz freuen. Allerdings werden in der Studie ausdrücklich die hohen Gewerbesteuersätze als Manko erwähnt. Mit 400 Punkten lagen die saarländischen Kommunen deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 365 Punkten. Wiederum schlecht für die Gesamtplatzierung unter den Bundesländer wirkte sich Stand der Verschuldung der Gebietskörperschaften aus, hier konnte nur der 12. Platz belegt werden. Es bleibt also noch viel Luft nach oben für den "Ministerpräsidenten des Jahres" Müller, die in seinen Aufgabenbereich fallenden Faktoren für eine weiterhin positive Entwicklung des Saarlandes zu verbessern.


