LV Saarland - Talbrücke Fechingen


01.06.2016

Talbrücke Fechingen

Ein wahres Fiasko

Gründonnerstag wurde die Fechinger Talbrücke der Autobahn A 6 gesperrt und am Pfingstmontag wieder teilweise für den Pkw-Verkehr frei gegeben. 53 Tage war die Strecke komplett gesperrt. Der Grund: Die Tragfähigkeit der über 50 Jahre alten Brücke ist der heutigen Verkehrsbelastung nicht gewachsen. Das hatte sich bei einer Überprüfung ergeben.

Als steuerzahlende Bürger fragt man sich allerdings, warum das Problem nicht früher erkannt wurde. Schließlich ist die rapide Zunahme des Güterverkehrs auf Deutschlands Straßen keine überraschende Neuigkeit. Wieso eine Fachbehörde nicht früher drei und drei zusammenrechnen konnte, fragt man sich. Jeder Betrieb, der beispielsweise einen Wintergarten errichtet, berechnet die größtmögliche Schneelast. Dass man ähnliches bei Straßenbrücke macht und ständig fortschreibt, sollte eine Selbstverständlichkeit sein.

Offenbar war es das aber nicht. Mit weitreichenden Folgen: Stundenlange Verzögerungen für die Verkehrsteilnehmer, Umweltbelastungen durch Staus und Ausdehnung der Fahrtstrecken, Lärmbelästigungen der Anlieger der Ausweichstrecken. Die IHK des Saarlandes geht davon aus, dass allein die Transportunternehmen einen werktäglichen Schaden von 50.000 Euro hinnehmen mussten. Bei 34 Werktagen (montags bis freitags) sind das alleine 1,7 Mio. Euro.

Wer in diesen Tagen die Homepage des zuständigen Landesbetriebes für Straßenbau besuchte, kam sich verhöhnt vor. Der Betrieb mit 570 Mitarbeitern und einem Umsatz von 120 Millionen verkündet dort: Wir sichern Mobilität. Und eben diese Mobilität sei ein Standortvorteil für das Land. Das war zwischen Ostern und Pfingsten gut zu beobachten.


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